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NatureLife-International: Andauernde Kälte und Schnee machen heimischer Vogelwelt zu schaffen

Umweltstiftung NatureLife fordert bundesweiten Biotopverbund und stellt Soforthilfe-Plan für Vögel auf

Stuttgart. Lang anhaltende Kälte und die starken Schneefälle machen zunehmend der heimischen Vogelwelt zu schaffen. Die Vögel finden jetzt kaum noch Nahrung. Angesichts des UN-Jahres der Biologischen Vielfalt fordert NatureLife deshalb dazu auf, seitens Bund, Ländern und Gemeinden die Anstrengungen für einen bundesweiten Biotopverbund endlich zu verstärken. Bester Vogelschutz sei letztlich die Erhaltung und Schaffung eines Netzwerkes von naturnahen Wäldern mit einem hohen Altholzanteil, Hecken und Feldgehölzen. Dort könnten wenigstens einige Vogelarten in strengen Wintern noch Beeren und Sämereien finden.

Um jedoch Sofort-Hilfe zu leisten hat jetzt NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter dazu aufgerufen, ein Winter-Notprogramm für die in Deutschland verbliebenen Vögel zu starten. Nachdem ganz Europa im Kälte-Klammergriff erstarre, könnten viele Vogelarten wie Buchfink und Kernbeisser nicht mehr nach Süden ausweichen und müssten daher in der Heimat bleiben. Auch wenn Vogelfütterung die Bewahrung naturnaher Lebensräume auf keinen Fall ersetzen könne, ist jetzt nach Ansicht von C.-P. Hutter schnelle Hilfe erforderlich.

Vögel in Gefahr – Was kann der Einzelne als Soforthilfe tun? NatureLife-International empfiehlt:
  • Für die verschiedenen Meisenarten Futterknödel so aufhängen, dass sie vor Katzen geschützt sind.
  • Vogelhäuschen für Finken und Sperlinge sauberhalten und katzensicher aufstellen. Niemals Brot und dergleichen auslegen, weil dies Wasser aufnimmt und gefriert.
  • Tolerant sein, wenn sich Sperber, Habicht oder Falken am Futterhaus einen Vogel holen. Greifvögel sind stärker gefährdet als Meisen und Finken, und so trägt man indirekt zum Schutz bedrohter Arten bei.
  • Amseln und Drosseln kann mit Äpfeln geholfen werden.
  • Wo es noch alte Scheunen, Ställe und Schuppen gibt, sollten Einflugmöglichkeiten geöffnet werden, damit Eulen Mäuse fangen können. Eulen sind besonders bedroht, weil die Schneedecke momentan zu hoch ist, um Mäuse zu fangen.
  • Weichfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönig können sich nicht wie Meisen an Futterknödel hängen. Für diese Arten Fettfutter (etwa Meisenknödel) in Reisighaufen deponieren.
  • Wer einen Komposthaufen im Garten hat, kann ab und zu mit dem Spaten frostfreie Stellen aufdecken, damit Vögel dort nach Kleingetier scharren können. Allerdings hält eine solche Naturfutterstelle wegen des Frostes nicht allzu lange.
  • Besitzer von Fischteichen mit schnell fließendem und deshalb nicht gefrierendem Wasser sollten sich der Eisvögel erbarmen und evtl. vorhandene Abwehrnetze entfernen. Viele Gewässer nun gefrieren zu, und wo es noch offene Wasserflächen – etwa an den großen Flüssen – gebe, ziehen sich die Fische in tiefere Regionen zurück, so dass Eisvögel keine Nahrung mehr finden und auf Fische aus Fischteichen angewiesen sind.
  • Im kommenden Frühjahr heimische Beerensträucher wie Linguster, Holunder, Wildrosen, Feldahorn, Weißdorn und Hartriegel pflanzen, denn der nächste Winter kommt bestimmt!


Rotkehlchen im Winter