Signet Stiftung Umwelt und Bildung
deutsch  |  english

NatureLife klagt an: "Wer billig produziert und isst, zahlt teuer drauf":

Wer Tieren giftige Abfälle füttert wird selbst Sondermüll essen

Umweltstiftung sieht erneute Dioxinfälle als Folge verfehlter Agrarpolitik

Ludwigsburg. "Wer Tieren giftige Abfälle füttert wird selbst Sondermüll essen", so Claus-Peter Hutter, Präsident der in Ludwigsburg ansässigen Umweltstiftung NatureLife-International (NLI) und Mitautor des Buchreports „Futter für´s Volk“ zu den jüngsten Dioxinfunden in Futtermitteln. Die sich seit Jahren regelmäßig wiederholenden Skandale im Nutztier- und Lebensmittelbereich zeigten, dass das europäische System der Massentierhaltung längst aus dem Ruder gelaufen sei, betont Hutter. Nach Ansicht von NatureLife ist das jetzt erneut zutage getretene Problem der großindustriellen Tierzucht die logische Konsequenz verfehlter europäischer Agrarpolitik, die auf Subventionen von Großstrukturen setze. Das nur an billigem Essen orientierte Verbraucherverhalten komme hinzu. „Wer billig produziert und isst, zahlt teuer drauf“, so C.-P. Hutter. Der Kampf um Lebensmittelpreise öffne letztlich Tür und Tor für Betrug und die Ausbeutung von Natur und Kreatur. Leidtragende seien dann kleinbäuerliche und mittelgroße Betriebe. NatureLife warnt gleichzeitig vor Panik, da die deutsche Lebensmittelüberwachung weltweit zu Besten gehöre. Dies sei jedoch keine Rechtfertigung für die weitere Subventionierung der Massentierhaltung. Mit dieser sei in aller Regel Tierleid und - vor allem in Nord- und Ostdeutschland – eine zunehmende Intensivlandwirtschaft verbunden, die zum Verlust und zur Bedrohung eines Großteils der einst heimischen Tier- und Pflanzenarten geführt habe. Aber auch die Verbraucher hätten Schuld an diesem System. NatureLife fordert angesichts des neuesten Lebensmittel- und Landwirtschaftsskandals dazu auf, das Einkaufsverhalten zu überdenken und auf Qualität aus regionaler Produktion statt auf billige Massenware zu setzen. „Für das Motorenöl eines Autos zahlt mancher zehn, fünfzehn Euro, während das Speiseöl nur einige Cents kosten darf“, gibt NatureLife-Präsident Hutter zu bedenken.

Die Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International engagiert sich für breite Umweltbildung und praktischen Naturschutz vor der Haustür ebenso wie für den internationalen Umweltdialog. Schwerpunkte sind die Verständigung zwischen Ökologie und Ökonomie sowie die Bewahrung von Biodiversität und nachhaltiger Landwirtschaft.

Volker Angres, Claus-Peter Hutter, Lutz Ribbe: „Futter für´s Volk – was die Lebensmittelindustrie uns auftischt“ (Taschenbuch im Knaur Verlag, München)