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"Duftfallen" auf der Grünen Woche in Berlin

Wie Messebesucher mit Kunstaromen an der Nase herumgeführt werden!

Stuttgart/Berlin. "Geschmack kennt keine Grenzen", wirbt die Grüne Woche 2012 und verspricht eine "Kulinarische Reise um die Welt". "Leider kennt auch die Manipulation der Lebensmittelindustrie keine Grenzen", kritisiert Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung NatureLife-International. Über 100 000 Delikatessen aus aller Welt sollen Messebesucher vom 20. bis 29. Januar in Berlin auf den Geschmack bringen. "Dass die meisten Produkte mit künstlichen Aromastoffen aufgepeppt werden und unseren Gaumen betrügen, ahnen die wenigsten", so der Stiftungspräsident und Mitverfasser des NatureLife-Reports „Der Duft-Code“.

Industrielle Lebensmittelherstellung ist ohne Zusatzstoffe wie künstliche Aromen nicht möglich. Selbst typische "Küchendüfte" wie sie beim Braten oder Backen frei werden, stammen heute oft aus dem Labor. Hutter: "Diese sogenannten Reaktionsaromen gaukeln den Verbrauchern vor, dass Industrie-Food bei der Zubereitung auch so lecker duftet wie damals bei Oma und Mutti in der Küche. In Wirklichkeit werden unsere Sinne jedoch manipuliert und betrogen."

Geschmacks-Designer stehen heute oft mit am heimischen Herd. "Doch nicht nur bei der Zubereitung von Fertiggerichten werden die Verbraucher über künstliche Düfte beeinflusst", kritisiert Claus-Peter Hutter. "Heute werden bereits Verkaufsräume über Klimaanlagen oder Duftsäulen künstlich beduftet, um den Umsatz zu steigern, die Aufenthaltsdauer im Geschäft zu verlängern und die Kundenbindung zu vertiefen." Auch der Umsatz alkoholischer Getränke werde in so mancher Hotelbar per Kunstduft angekurbelt. Dass immer mehr Menschen auf versprühte Duftstoffe in den Läden sowie auf Aromen und geschmacksmanipulierte Nahrungsmittel körperlich reagieren, wird von der Industrie zugunsten der Profitinteressen verheimlicht. Beduftung in und rund um Lebensmittel ist ein Milliarden-Euro-Geschäft.

Auch auf der Grünen Woche werden Messebesucher an den Probierständen und in den Messehallen immer wieder in Duftfallen tappen. Überall ist Vorsicht geboten. Kunstaromen betrügen unseren Gaumen mit feurig-scharfen, rauchig-zarten, fein-herben und nussig-süßen Köstlichkeiten, manipulieren unser Näschen mit jedem Atemzug. "Und zwar auf Schritt und Schritt", sagt Hutter. "Auf der Grünen Woche, dem Schaufenster der industriellen Lebensmittelindustrie, werden die Messebesucher überall mit Kunstaromen an der Nase herumgeführt."

Weiter Informationen im Buchreport: "Der Duft-Code – Wie die Industrie unsere Sinne manipuliert", 288 Seiten, Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-20001-2, Preis: € 17,99

Die Stiftung NatureLife-International setzt sich für die Verknüpfung von Naturbewahrung, Umweltvorsorge, Nachhaltigkeit und Umweltbildung ein und bringt Partner aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen. Weitere Infos und konkrete Projekte unter: www.naturelife-international.org.

Ehrung Claus-Peter Hutter Buch 'Der Duftcode'