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Abflug: Erste Zugvögel brechen gen Süden auf

NatureLife: Klimawandel gefährdet Zugvögel

Stuttgart. Kaum kommt nach der eher kühlen Periode im Juli endlich der Sommer ins Land, nimmt die Natur – von den meisten unbemerkt – schon wieder Abschied und stellt sich auf Herbst ein: Wie die Umweltstiftung NatureLife-International (NLI) mitteilte, machen sich jetzt die Mauersegler als erste Zugvögel schon auf den Weg in die Winterquartiere in Zentral- und Südafrika. „Der Mauersegler gehört zu den Zugvögeln, die am wenigsten lang in unseren Breiten verbleiben. In wenigen Tagen wird auch der Kuckuck weggezogen sein“, so NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter.

Der spätsommerliche Vogelzug ist nach Angaben der Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Natur langsam auf den Herbst und den Winter einstellt. Schon bald machen sich auch die ersten Weißstörche auf den Weg; als nächste Zugvogelarten werden sich Mitte August Mönchsgrasmücken und Anfang September Rauch- und Mehlschwalben auf die weite – oft 10.000 Kilometer lange – Reise machen. Ihnen folgen dann auch Haus- und Gartenrotschwanz. Die Kraniche gehen dann ab Ende September auf die lange Reise nach Südwesteuropa, West- und Ostafrika.

NatureLife-International hat angesichts des beginnenden Vogelzugs auf die Gefahren des Klimawandels für die Tierwelt hingewiesen. Schon jetzt seien Veränderungen im Zugverhalten mancher Vogelarten festzustellen. So würden manche Arten durch die milderen Winter weniger weit oder gar nicht mehr ziehen. Bei Kälteeinbrüchen seien dann ganze Populationen in Gefahr. Gleichzeitig würde die Ausdehnung des Trockengürtel durch den Klimawandel den Vogelzug erheblich erschweren.

Wie sich der Klimawandel langfristig auf den Vogelzug auswirken wird, vermag nach Mitteilung von NatureLife-International niemand mit Sicherheit zu sagen. Ein großes Problem, das gleichermaßen den Klimawandel als auch die Lebensbedingungen für Zugvögel verschärfe, sei die noch immer massive Zerstörung von Rast- und Überwinterungsplätzen entlang der großen Zugvogelrouten. „Noch immer werden irrsinnigerweise Sümpfe trockengelegt und es findet Landwirtschaft auf ehemaligen Mooren statt“, so NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter. Dadurch würden Unmengen von klimaschädlichen Emissionen freigesetzt und wertvolle Lebensräume zerstört.

Gemeinsam mit der Deutschen Lufthansa engagiert sich NatureLife unter anderem in Südafrika für die Erhaltung von Vogelzug-Rast- und Überwinterungsplätzen. Konsequenter Schutz von intakten Seen, Mooren und anderen Feuchtgebieten sowie deren Renaturierung sei ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Biodiversität, so NatureLife.