Das Stuttgarter Volksfest auf dem Cannstatter Wasen setzt neue Maßstäbebr/>
Stuttgart. Schunkeln, singen, feiern und fröhlich sein: Auch dabei soll künftig im großen Hofbräuzelt beim Stuttgarter Volksfest auf den Cannstatter Wasen Klimaschutz und Umweltvorsorge großgeschrieben werden. Hierzu kündigten jetzt (Donnerstag, 17. September 2009) Festwirt Hans-Peter Grandl von Grandls Hofbräuzelt und Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung NatureLife-International (NLI) eine konsequente Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie an. Im Rahmen einer bislang einmaligen Umweltpartnerschaft wollen die auf den ersten Blick ungewöhnlichen Partner ab dem am 25. September startenden 164. Cannstatter Volksfest Zeichen setzen und deutlich machen, dass auch im Rahmen der Großgastronomie ökologisch verantwortliches Handeln möglich ist.
Unter dem Motto "Grandl goes green" kündigte der auch als Catering-Unternehmer in der Schleyerhalle und in der Porsche-Arena vielseitig engagierte Wasen-Festwirt und Gastronom Hans-Peter Grandl die konsequente Umsetzung und Fortentwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie als Beitrag zur Klimavorsorge und zum Naturschutz an. "Unser Ziel ist es, der klima- und umweltfreundlichste Großfestbetrieb zu werden", so Hans-Peter Grandl. "Unsere Besucher haben nicht nur erstklassige Unterhaltung und Speisen, sondern auch ein gutes Gewissen verdient", meinte Grandl zum Auftakt der Umweltpartnerschaft mit NatureLife-International.
Stiftungspräsident Claus-Peter Hutter wertete den Beitrag der Grandl’s Festbetriebe als ein Leuchtturmprojekt, mit dem bewiesen werde, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit unternehmerischem Mut und gesellschaftlicher Verantwortung neue Wege zur Sicherung von Umwelt- und Lebensqualität gegangen werden können.
"Wir wollen die Leute in fröhlicher Stimmung abholen und ganz ohne erhobenen Zeigefinger deutlich machen, dass mit Klimaschutz und Umweltvorsorge in allen Lebensbereichen Ernst gemacht werden kann und muss", so Hutter. Hierfür haben die Experten von NatureLife zusammen mit der Grandl Gastronomie eine mehrstufige Umweltstrategie entwickelt, die, beginnend mit dem diesjährigen Cannstatter Wasen, erste Maßnahmen in dieser Saison und dann konsequent in den kommenden Jahren beinhaltet.
Einer der wichtigsten Punkte ist, das Grandl’s Hofbräuzelt im Hinblick auf den Energieverbrauch klimaneutral zu stellen. Dazu wird das aufgrund des Energieverbrauchs in Höhe von rund 120.000 kW errechnete CO2-Aufkommen durch die Pflanzung von Tropenwaldflächen kompensiert. "Die ersten zehn Hektar für einen Hans-Peter Grandl-Wald haben wir in Sri Lanka und auf den Philippinen bereits gepflanzt", erklärte Claus-Peter Hutter. Die renaturierten Regenwaldflächen binden innerhalb von wenigen Jahren nicht nur rund 1.500 Tonnen CO2 ein, sondern sie sind auch ein konkreter Beitrag zum Erosionsschutz, zur Schaffung von Lebensräumen bedrohter Fauna und Flora der Tropen und helfen den Menschen im ländlichen Raum. "Das Ganze ist keine Eintagsfliege, denn wir werden auch im nächsten und in den kommenden Jahren dazu beitragen, den in mehreren ökologischen Bausteinen entstehenden Hans-Peter Grandl-Wald wachsen zu lassen", so der Gastronom.
"In Sachen Klima und Umwelt sitzen wir weltweit alle in einem Boot. Deshalb müssen wir viel mehr auch an die Menschen denken, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat", so Stiftungspräsident Claus-Peter Hutter, der darauf hinwies, dass ein Tropenwald rund das Doppelte an klimaschädlichem CO2 einbindet als heimische Wälder. Dennoch will Hans-Peter Grandl nicht nur in den Tropen, sondern auch in der eigenen Heimat einen Beitrag leisten. So unterstützt er die Arbeit von NatureLife-International zum Biotopmanagement im Enz- und Mettertal.
Hinzu kommen weitere Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz:
- Sämtliche Biertreber-Brötchen im Hofbräuzelt – das sind umgerechnet auf 16 Wasentage immerhin 150.000 Stück – werden aus regional produziertem Biomehl gebacken.
- Für das Fleisch der Jahr für Jahr beliebter werdenden Ochsen am Spieß stammt von Weiderindern aus Hohenlohe. Dies ist ein Beitrag, die durch Verbuschung bedrohten Hänge zu erhalten.
- Auch der luftgetrocknete Schinken, das Fleisch für Schnitzel, Haxen, Krustenbraten sowie viele andere Leckereien im Hofbräu-Zelt stammen aus Hohenloher Lande, wo man mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall einen erfahrenen Partner in Sachen nachhaltiger Produktion gefunden hat. Die Schirmherrschaft für nachhaltige, regionale Produkte aus Hohenlohe und den damit verbundenen Stadt-Land-Dialog hat Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg übernommen.
- Generell setzt die Grandl Gastronomie auf regionale Produkte. Dies fördert das Lebensmittelhandwerk in der Region, schafft heimische Wertschöpfungsketten und ist durch kurze Wege ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz. Denn Emissionsvermeidung soll an erster Stelle stehen.
- Damit das Thema Klimaschutz weitertransportiert wird und viele Menschen erreicht, wird im Grandl Hofbräuzelt mehrfach am Tag ein von der Münchener Filmemacherin Carola Lichtenberg in Zusammenarbeit mit NatureLife und der Deutschen Lufthansa erstellter DVD-Trailer, in dem u.a. der Nobelpreisträger und frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore zu sehen ist, gezeigt.
- Ab 2010 bietet Hans-Peter Grandl knusprige Enten aus Freilandhaltung im Kocher- und Jagsttal an.
"Wir streben auch an, die Brathähnchen aus Bioproduktion anbieten zu können", so Hans-Peter Grandl. Gegenwärtig sei dies jedoch eine Mengenfrage. Grandl fordert in diesem Zusammenhang die Politik auf, noch konsequenter den Ökolandbau zu unterstützen und Baden-Württemberg Gentechnik-frei zu halten. "Wir haben im Land die Flächen, und, wenn man die Folgekosten ernährungsbedingter Krankheiten rechnet, auch das Geld, um einen höheren Anteil von Bioprodukten realisieren zu können", fordert der Gastronom.
NatureLife-Präsident C.-P. Hutter sagte, es sei an der Zeit, dass auch in anderen Bereichen der Großgastronomie Ernst mit Umwelt- und Klimaschutz gemacht werde.