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Wenn es die modernen Zoos nicht gäbe, müsste man sie erfinden

Stiftungspräsident C.-P. Hutter: Zoos vermitteln Respekt vor dem Lebendigen

Angesichts der erneuten Diskussion über die Haltung von Zootieren bekommen die Tiergärten jetzt Unterstützung aus den Reihen der Umweltschützer. „Wenn es die heutigen Zoos mit ihren erlebnispädagogischen Ansätzen nicht gäbe, müsste man sie erfinden“, so Claus-Peter Hutter, Präsident der Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International.

Hutter wies darauf hin, dass die Zoos die Haltebedingungen für Tiere in den vergangenen Jahrzehnten permanent verbessert hätten und durch ihre gezielte Arbeit in Forschung und Tierzucht einen wertvollen Beitrag leisten, vom Aussterben bedrohte Arten zu erhalten. „Ohne letzte Zuchtbestände in Zoos wären die Löwenäffchen in Südamerika, der Kalifornische Kondor und die Weiße Oryxantilope schon längst ausgestorben“, sagte Hutter. Auch der jetzt wieder wachsende Bestand der Wisente – auch als europäischer Bison bezeichnet – gehe letztlich auf Zoo- und Gehegetiere zurück.

Elefanten Auch wenn Zootieren die große Freiheit wie ihren wilden Verwandten verwehrt ist, leisten sie nach Ansicht der Stiftung NatureLife-International einen wertvollen Beitrag zur Sensibilisierung Tausender von Menschen für die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes.

Viele Kinder bekommen bei Zoobesuchen erstmals in ihrem Leben eine Ahnung von der faszinierenden biologischen Vielfalt auf der Erde.



Nach Meinung von NatureLife-International hätten sich die meisten Tiergärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den vergangenen Jahren in hervorragender Weise vom Zur-Schau-Stellen von Kreaturen zu pädagogisch bedeutsamen Zentren zur Vermittlung des Respekts vor dem Lebendigen und zum Artenerhalt entwickelt.

„Viele Kinder bekommen bei Zoobesuchen erstmals in ihrem Leben eine Ahnung von der faszinierenden biologischen Vielfalt auf der Erde“, betont Hutter.

Auch wenn der jüngste Kult um Zootiere wie die Eisbärenbabys Knut in Berlin und Flocke in Nürnberg fast schon hysterische Ausmaße annehme, müsse man dies als Chance sehen, Menschen, die sich zuvor noch wenig für Belange der Natur und der Umwelt interessiert haben, für diese wichtigen Anliegen zu gewinnen. Dabei gelte es deutlich zu machen, dass Zoos in keinster Weise die Bewahrung natürlicher Lebensräume für Tiere und Pflanzen ersetzen können.

Auch wenn die Haltung von Arten, welche normalerweise einen großen Lebensraum beanspruchen – so etwa Elefanten und Großkatzen –, nicht unproblematisch sei, trage bei entsprechender zoopädagogischer Vermittlung das echte Tier mehr zum Verständnis beim Menschen bei als es Bilder und Videos jemals könnten. Wie ideal Zoomanagement und Wildtierschutz verbunden werden können, zeigt nach Ansicht von Claus-Peter Hutter die Arbeit des unvergessenen Bernhard Grzimek. Er war einerseits Direktor des Frankfurter Zoos und hat es zum anderen geschafft, die Serengeti als einen der heute bekanntesten Nationalparks der Erde zu bewahren.

NatureLife-International engagiert sich für breite Umweltbildung als Basis für nachhaltige Entwicklung und arbeitet in verschiedenen Projekten – u.a. in Südostasien und Südafrika – für Armutsbekämpfung als Vorraussetzung für Klimaschutz und Naturbewahrung. U.a. erfolgt dies durch Wiederaufforstung früher abgeholzter Regenwaldflächen.