Signet Stiftung Umwelt und Bildung
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NatureLife-International bildet Neckar-Junior-Ranger aus

Kinder und Jugendliche erkunden die Neckarlandschaft

Ludwigsburg. Strahlende Kinderaugen am Neckar. Kurz vor einer abschließenden Neckarfahrt unter dem Thema „Natur und Kultur am Fluss“ nahmen die Absolventen des Neckarbildungsprojektes „Neckar-Junior-Ranger“ auf dem Schiff des Neckar Käpt´n stolz ihre Urkunden entgegen, das diese Woche zum zweiten Mal in diesem Sommer am Mittleren Neckar stattgefunden hat. Ziel der Aktion war es wieder mehr Wissen über die heimische Natur zu übermitteln, denn viele Kinder und Jugendliche wissen heute nichts mehr über die Fließgewässer vor ihrer Haustüre. Doch gerade an heißen Sommertagen, wie denen der vergangenen Woche, liefern Bäche und Flüsse eine spannende Lernumgebung. Unter dem Motto „Nur was man kennt, kann man auch schützen“ wurde jetzt ein Umweltbildungs-Projekt, der in Ludwigsburg ansässigen Stiftung NatureLife-International mit Unterstützung der Daimler AG, der Stiftung für Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg und der Stadt Ludwigsburg durchgeführt.

Die 22 Kinder und Jugendlichen aus der Region haben während des spannenden Ferienprogramms Zusammenhänge zwischen Mensch, Natur und Technik im Neckartal bei Ludwigsburg näher erforscht. Bei Sonnenschein und guter Laune haben die Kinder und Jugendlichen auf den Uferwiesen bei Ludwigsburg-Hoheneck unter der Leitung von Eva Winkler Pflanzen und Tiere der Neckarlandschaft kennengelernt, Flussdynamik und Hochwasserschutz diskutiert und sind den Zusammenhängen zwischen Natur und Kultur in einem wirtschaftsstarken Ballungsgebiet wie dem Neckartal auf den Grund gegangen. Wie fast überall am Mittleren Neckar war das Neckarufer bei Hoheneck einst mit steilen Uferböschungen, dichtem Bewuchs und hartem Uferverbau funktional ausgebaut, ein gefahrenloser Zugang zum Wasser war nicht möglich.

Heute ist das renaturierte Ufer geöffnet und umgestaltet, typische Pflanzen und Tiere haben hier bereits wieder einen Lebensraum gefunden und auch die Menschen der Region können den Neckar und seine Bewohner wieder hautnah erkunden und erleben. Vor allem das kühle Nass des Neckars bot den Teilnehmern bei den hohen Temperaturen eine erfrischende Abwechslung. Für viele der Kinder war es eine neue Erfahrung neben Schwänen und Blutweiderich die Füße im Neckarwasser abzukühlen und gleichzeitig den vorbeifahrenden Schiffen winken zu können. Auch auf den Zugwiesen, im Bereich der Staustufe Poppenweiler, gab es einiges zu entdecken und zu erfahren. Hier soll in den nächsten Jahren mit rund 17 ha das größte zusammenhängende Renaturierungsgebiet am Mittleren Neckar entstehen. Von der Beobachtungsplattform „Storchennest“ hatten die jungen Neckar Ranger beste Aussicht auf die Zugwiesen, den Neckar und die am Neckar typischen Weinterrassen. Außerdem ließen sich von dort oben bestens die Bauarbeiten der einmaligen Renaturierungs-maßnahme überblicken, die hier vor einigen Wochen bereits begonnen haben. So wird in ein paar Jahren erstmals wieder ein zusammenhängendes Stück Auenlandschaft mit vielfältigen Lebensräumen entstehen, wie sie einst am Neckar typisch war. Sichtlich viel Spaß hatten die jungen Neckar-Botschafter auch bei einer Kanufahrt der Initiative „Zugvögel“, bei dem sie den Neckar aus der Schwanenperspektive auf eigene Faust erkunden durften. Zum Abschluss des Kurses erhielten die Teilnehmer im Rahmen einer Neckarschifffahrt eine Urkunde, die sie zum Neckar-Junior-Ranger auszeichnet. Während der Fahrt präsentierten die Neckar-Ranger ihr neu erworbenes Wissen ihren Familien, die auch anwesend waren.

Das Ganze ist nach Mitteilung von NatureLife-Präsidiumsmitglied Fritz-Gerhard Link keine Eintagsfliege, sondern eingebettet in ein Programm, bei dem man zum Ziel hat, insgesamt mehr als 100 Neckar-Junior-Ranger an die heimische Natur heranzuführen. Anfang August hat bereits ein Kurs in den Neckarauen bei Freiberg am Neckar stattgefunden, weitere werden in den kommenden beiden Jahren am Oberen und Unteren Neckar folgen.