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Nur Armutsbekämpfung kann Tropenwälder retten

Stiftungspräsident Claus-Peter Hutter:
"Wer Hunger hat, dem sind Puma, Gorilla und Kakadu egal"


Stuttgart. Die letzten Tropenwälder könnten als Klimastabilisatoren und wertvolle Lebensräume nur gerettet werden, wenn es gelänge, wirkungsvoll die Armut in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu bekämpfen. Darauf hat jetzt die Stiftung NatureLife-International anlässlich des am Sonntag (14. September 2008) stattfindenden Tages der Tropenwälder hingewiesen. „Wenn wir die Menschen nicht satt bekommen, werden sie auch die letzten Paradiese stürmen und niedermachen; da hilft auch die schönste Ökoromantik nichts“, so Claus-Peter Hutter, Präsident der Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International.

Hutter forderte eine stärkere Einbeziehung der Menschen in Naturschutzkonzepte. „Wer Hunger hat, nie frisches Wasser bekommt und kein rechtes Dach über dem Kopf hat, dem sind Gorilla, Jaguar und Papageien egal“, betont Hutter. Trotz zwischenstaatlicher Vereinbarungen zum Naturschutz und der Einrichtung von Nationalparks seien die Tropenwälder zwischen 1980 und jetzt um rund 2,6 Mio. Quadratkilometer (ca. 13 %) geschrumpft (lt. Angaben der FAO). Das entspräche der vierfachen Fläche von Frankreich. Damit werde die unheilvolle Kettenreaktion von Lebensraumvernichtung, weiterer Verelendung der Menschen und Beschleunigung der Klimaerwärmung verstärkt.

Stiftungspräsident Hutter fordert deshalb eine Verzehnfachung der Entwicklungshilfe, welche in viel stärkerem Maße als bislang die Schaffung und Erhaltung intakter Agrar-Ökosysteme einbeziehen müsse. Dazu müssten mehr als bislang die betroffenen Menschen in den Tropenregionen erreicht werden. „Mit Fotos von Waldelefanten und seltenen Orchideen bekommen wir die Menschen nicht satt“, sagte Hutter im Vorfeld des am Montag beginnenden Deutschen Naturschutztages (Montag, 15. bis Freitag, 19. September 2008, Karlsruhe).

Bei NatureLife-International (NLI) sieht man reale Chancen, früher abgeholzte Tropenwaldflächen zu renaturieren, wenn schnell gehandelt werde. Dazu unterstützt NLI gemeinsam mit der Universität Hohenheim und mit Hilfe der Deutschen Lufthansa Projekte auf den Philippinen und in China, welche zeigen, dass Mensch und Natur gleichermaßen geholfen werden könne. Durch den Aufbau artenreicher, aber nachhaltig nutzbarer Sekundärwälder könne die Landflucht und die Verelendung der Bevölkerung in den Megastädten gestoppt und neuer Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen als Puffer zu den verbliebenen Restwäldern geschaffen werden. Dazu sei es notwendig, das Know-how in den Entwicklungsländern zu stärken. Deshalb setze NLI auch auf die Qualifizierung von Nachwuchskräften, Wissenschaftsdialog und Know-how-Transfer.

Die Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International engagiert sich für breite Umweltbildung und praktischen Naturschutz vor der Haustür ebenso wie für den internationalen Umweltdialog. Ein Schwerpunkt sind insbesondere Klimaschutzprojekte, welche Armutsbekämpfung, Wiederaufforstung geschädigter Wälder und den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten in den Tropen und Subtropen verbinden.

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