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NatureLife-International zum Tag der Umwelt (5. Juni):
Kommunen sollen Klimabotschafter für die Dritte Welt sein

In die Entwicklungsländer gehen, sonst kommen die Klimaflüchtlinge zu uns

Stuttgart. Städte, Gemeinden und Landkreise sollen den Umweltschutz mehr als bislang über internationale Partnerschaften transportieren, damit der Klimaschutz schneller vorankommt, dies forderte jetzt die internationale Umweltstiftung NatureLife-International (NLI) anlässlich des Internationalen Tages der Umwelt, der alljährlich am 5. Juni begangen wird. „Kommunen können im Rahmen internationaler Beziehungen mehr tun als Zinnteller und Feuerwehrkapellen auszutauschen“, so NLI-Präsident Claus-Peter Hutter. Die schwierigen Vorverhandlungen zu der im Dezember in Kopenhagen stattfindenden Folgekonferenz zum Kyoto-Protokoll hätten erneut deutlich gemacht, dass es die große Politik alleine nicht schafft mit durchschlagendem Erfolg beim Klimaschutz voranzukommen. Mehr denn je sollen deshalb Städte, Gemeinden und Landkreise Partnerschaften mit Kommunen und Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern eingehen und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den Klimaschutz, die Umweltvorsorge und die nachhaltige Entwicklung legen, betonte Hutter.
NatureLife verweist darauf, dass die Gemeinden nach dem Zweiten Weltkrieg ganz wesentlich zur Stabilisierung der Auslandsbeziehungen und zum Frieden über ihre Städtepartnerschaften und die viel tausendfachen Begegnungen der Menschen geleistet hätten. „Rund 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kommt den Gemeinden eine Schlüsselrolle der Völkerverständigung in Sachen Klimaschutz zu“, so NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter. Mehr als bislang sollen deshalb Städte und Gemeinde Partnerschaften mit Entwicklungs- und Schwellenländern eingehen und mit konkreten Projekten zur Armutsbekämpfung und Klimavorsorge den Menschen helfen. „Wenn wir nicht zu den Menschen in den armen Ländern gehen, werden sie zu Hundertausenden und Millionen schon in wenigen Jahren zu uns kommen“, so der Stiftungspräsident weiter.

Hutter, der vor kurzem den Zukunftsreport 2035 unter dem Titel „Die Erde schlägt zurück – Wie der Klimawandel unser Leben verändert“ mitverfasst hat, stützt sich dabei auf Aussagen des Weltklimarates. Danach seien durch den Anstieg des Meeresspiegels, zunehmende Versteppung und Verwüstung sowie durch den Klimawandel ebenfalls verstärkten Wassermangel zwischen 200 und 500 Millionen Menschen auf der Welt potentiell früher oder später gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Es gehöre nicht viel Vorstellungskraft dazu, dass einer der wesentlichsten Zielkorridore für Klimaflüchtlinge Mitteleuropa sei. So wie die Kommunen unter anfänglich schwierigen Bedingungen über Städtepartnerschaften – etwa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – in Osteuropa geholfen hätten, Vorbehalte abzubauen und Brücken zu schlagen, müsse jetzt eine neue Welle internationaler kommunaler Solidarität in Gang gesetzt werden.

Als Anknüpfungspunkte sieht man bei NatureLife schon bestehende interkontinentale Kommunal-Partnerschaften großer Städte wie etwa von Stuttgart mit Mumbai und Kairo oder Hamburg mit Osaka und Shanghai sowie Hannover mit Hiroshima und Blantyre / Malawi und Köln mit Kyoto und Tel Aviv sowie Berlin mit Jakarta und Buenos Aires. Der NatureLife-Zukunftsreport 2035 „Die Erde schlägt zurück – Wie der Klimawandel unser Leben verändert“ ist vor kurzem im Droemer Verlag, München erschienen.(ISBN 3-426-27503-1, 264 Seiten, 25,-- Euro)