NatureLife-International: Amphibienfallen entschärfen
NatureLife-International: Die Zukunft des deutschen Waldes wird in den Tropen entschieden
Stärkeres Engagement der Industrienationen für Renaturierung von Tropenwäldern gefordert
Stuttgart / Jinghong / Baybay. "Ob der deutsche Wald, wie wir ihn kennen und lieben, eine Zukunft hat, entscheidet sich mehr denn je im Tropengürtel der Erde", so Claus-Peter Hutter, Präsident der Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International anlässlich des Internationalen Tages des Waldes (21. März 2009). NatureLife-International wies darauf hin, dass seit dem Jahr 2000 jährlich 6 Millionen Hektar Primärwald weltweit vernichtet wurden. Auf zehn Jahre gerechnet sind das 600 000 Quadratkilometer, eine Fläche, größer als Spanien und Portugal zusammen, beklagt NatureLife.
"Mit der Zerstörung der Tropenwälder verschärft sich jedoch der Klimawandel. Dieser hat schon heute vorhersagbare, unmittelbare Auswirkungen auf die Wälder Deutschlands und anderer Gebiete Mitteleuropas", betont Stiftungspräsident Hutter. NatureLife-International verweist auf die Aussagen der Wissenschaftler des Weltklimarates (ICCP International Climate Change Partnership) sowie des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) sowie verschiedener regionaler Studien, wonach mit einer Zunahme von Stürmen sowie Hitze- und Trockenperioden zu rechnen sei, wenn der Klimawandel nicht auf 2 Grad Celsius Erwärmung der Durchschnittstemperatur begrenzt werde.
Damit hänge die Zukunft der deutschen Hochwälder elementar vom Zustand der Tropenwälder als weitere Grüne Lungen der Erde und Klimastabilisatoren ab, folgert man bei NatureLife. "Gelingt es nicht, die Tropenwälder zu erhalten und geschädigte Bereiche durch Neubepflanzungen als Klimastabilisatoren aufzubauen, werden unsere Handlungsdefizite in der Dritten Welt zum vernichtenden Bumerang für den deutschen Wald", meint NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter.
Hutter forderte anlässlich des Internationalen Tags des Waldes eine Verzehnfachung der eingesetzten Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit als Basis für die Erhaltung der letzten intakten Waldgebiete. Hutter: "Die Klimazukunft Deutschlands wird in den armen Ländern entschieden. Wenn wir uns hier nicht stärker engagieren, werden die letzten Wälder vernichtet und Millionen von Klimaflüchtlingen nach Europa einwandern. Statt Lampedusa – wo bereits 2008 mehr als 30 000 Klimaflüchtlinge anstrandeten – heißt es dann künftig vielleicht Ludwigshafen, Ludwigsburg, Lindau, Lippstadt, Leipzig oder Lüneburg – jede Gegend wird betroffen sein."
Die Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International engagiert sich für breite Umweltbildung und praktischen Naturschutz vor der Haustür ebenso wie für den internationalen Umweltdialog. Ein Schwerpunkt sind insbesondere Klimaschutzprojekte, welche Armutsbekämpfung, Wiederaufforstung geschädigter Wälder und den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten in den Tropen und Subtropen verbinden.