NatureLife-International: "Ökobremser Seehofer schürt Politikverdrossenheit"
Umweltschützer kritisieren "Umwelt-Ignoranz" des bayerischen Ministerpräsidenten
"Wenn Bayern Natur nicht schützen will, sollen Touristen fernbleiben"
Stuttgart. Die Weigerung des bayerischen Ministerpräsidenten das Umweltgesetzbuch mitzutragen, hat heftige Kritik in Reihen der Umweltschützer ausgelöst. „Es ist ein Witz, wie sich Seehofer jetzt als Ökobremser zeigt, um vom schwachen Zustand seiner CSU abzulenken, obwohl er noch vor wenigen Monaten als Bundeslandwirtschaftsminister am selben Gesetzeswerk mitgewirkt hat“, kritisiert NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter. Es sei kein Wunder, wenn sich immer mehr Menschen vom politischen Geschehen abwenden und nicht mehr am demokratischen Leben teilnehmen, wenn Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer eine von allen Seiten begrüßte und nach langem Ringen erarbeitete Vereinfachung wie das Umweltgesetzbuch ablehnen und nur die eigene Profilierungssucht statt sachliche Lösungen im Mittelpunkt stehe, so die Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International.
Rund 200 Jahre, nachdem Napoleon die Kleinstaaterei im heutigen Deutschland beseitigt habe, führe Seehofers Kurs auf Kosten von Ökologie und Ökonomie zu einem neuen Bayern-Absolutismus. „Nachdem Hunderte von Experten in Bund und Ländern sorgfältig ein einheitliches, gerade für die Wirtschaft leichter zu handhabendes Umweltrecht erarbeitet haben, verhindert die bayerische Blockadehaltung nicht nur effektiven Artenschutz und ökologische Zukunftssicherung, sondern wirft mit nicht mehr zu überbietender Ignoranz die dafür aufgewendeten Steuergelder der Bürger zum Fenster hinaus“, betont Hutter.
Wenn Bayern laschere Umweltregeln verlange und seine Natur nicht schützen wolle, obwohl man in Hochglanzprospekten mit Heile Welt-Bildchen werbe, müssten die Touristen eben fernbleiben, heißt es in einer Pressemitteilung von NatureLife-International.